femmestyle Schönheitschirurgie

Das lange Leiden bis zur Operation

Das lange Leiden bis zur Op

Das lange Leiden bis zur Op


Das lange Leiden bis zur Operation

Natürlich kommt es im Rahmen der Vorbereitungen einer kosmetischen Operation oft zu langen, ausführlichen Gesprächen mit unseren Patientinnen. Es ist für uns interessant zu sehen, dass viele der Lebensgeschichten oft erstaunliche Parallelen aufweisen.

Exemplarisch möchten wir hier die Geschichte von Juliette M. erzählen.
Vielleicht mag es hilfreich sein, um Lösungsprobleme zu erkennen und neue Wege einzuschlagen.

Juliette: Es war eigentlich lange kein Problem für mich. Wir waren 40 Mädchen im Internat, alle in etwa gleich alt und es bestand keine Notwendigkeit der Entwicklung der Brüste besondere Bedeutung zu schenken. Rückblickend gesehen würde ich sagen war auch eine normale Verteilung der Entwicklung gegeben.
Es gab, wir waren wohl ungefähr 14 Jahre alt, eine Mitschülerin, die schon außergewöhnlich gut entwickelt war, eine kleine Gruppe, die ich einfach als „normal“ gebaut bezeichnen würde und eine große Gruppe bei der sich anscheinend diesbezüglich noch nichts regte.
Anscheinend deshalb, weil - wie gesagt diesem Thema keinerlei Aufmerksamkeit geschenkt wurde, wir hatten wohl andere, damals wichtigere Probleme zu bewältigen. Erst Jahre später, zum Internatsende viel es mir auf das die Reifung zur Frau zwar eine Menge neuer Rundungen brachte (insbesondere an den Hüften) das Wachstum der Brüste aber wohl ausgeblieben war.
Müsste ich es bildlich beschreiben, so würde ich sagen, dass kaum eine Hand voll Brustgewebe vorhanden war, zumal die Brustwarzen reichlich entwickelt waren und dieser Umstand zu einer Optik führte, die gelinde gesagt, höchst unproportional und störend wirkte.
Aber ein wirkliches Problem stellte es zu dieser Zeit auch noch nicht dar. Dies sollte sich aber rasch ändern.
Das Internat war beendet und jeder ging seine eigenen Wege. Ich begann zu studieren und dies war der Beginn einer, wie ich jetzt meine, unnötig langen Leidensgeschichte.
Es liegt in der Natur der Sache, das das gemeinsame Studieren eines gemischten Publikums (ich hatte bis zu diesem Zeitpunkt noch keinen innigeren Kontakt zum männlichen Geschlecht) auch zu einem intensiveren Kontakt in der Freizeit führte.


So kam es, dass wir wieder einmal spätabends im Gasthaus an der Ecke saßen und einer anstehenden Prüfung entgegenfieberten. Die Stimmung war ausgelassen, denn der bevorstehende Stress wurde ausgiebig mit Alkohol bekämpft.
Besonders unsere männlichen Mitstudierenden waren sehr effizient in der Stressbekämpfung. Und da geschah es.
Ich weiß eigentlich gar nicht mehr was genau für ein blöder Spruch über meine Oberweite gefallen war, aber ich war tief getroffen und für das Thema sensibilisiert.
Nachdem ich zu Hause angekommen war, stellte ich mich vor den Spiegel und musterte meinen Oberkörper. Es war Sommer und ich war mit einem engen T-Shirt bekleidet. Naturgemäß ohne BH. Wozu auch? Es gab also keine schützende Stoffschicht, welche irgendetwas zu verbergen vermag.
Tja, da war nun mein erster Fehler, ich musste dem Blödmann aus dem Gasthaus bei objektiver Betrachtung Recht geben.
Der nächste Morgen war furchtbar.
Die bevorstehende Prüfung war aus meinem Kopf verdrängt und meine Gedanken kreisten nur um das Thema Brüste.
Meine erste Tat war, nicht mehr im T-Shirt herumzulaufen sondern mir eine mehrlagige Kleidungsschicht aufzutragen, es war übrigens Sommer.
Meiner eingelernten wissenschaftlichen Vorgangsweise ist es zu verdanken, dass an ein geregeltes Studium in der nächsten Zeit nicht zu denken war.
Ich besorgte mir medizinische Fachliteratur, Frauenzeitschriften und was weiß ich noch nicht alles. Das Thema brüste war vorläufig nicht aus dem Kopf zu bekommen.
Kaufte ich eine Zeitung, verglich ich ständig meine Oberweite mit den anwesenden Frauen. Bezahlte ich mein Mittagessen im Restaurant, war ich der Meinung alle männlichen Anwesenden und besonders der Kellner starren auf meine Oberweite und hin und wieder glaubte ich ein mitleidiges Lächeln zu erkennen.
Es dauerte nicht lange und ich merkte, wie sich mein Wesen veränderte. Unsicher, scheu und vor allem mich dauernd beobachtend.
So ging ich durchs Leben. Meine sozialen Kontakte schränkten sich ein, weil ich der Meinung war, mit meinem körperlichen Mangel nicht gut genug zu sein.
Diese depressive Grundstimmung hielt sich einige Monate und wurde durch eine Kampfeslust ersetzt, deren Ausmaß ebenfalls übertrieben schien.


In einem Kaufrausch, der seinesgleichen suchte, bestellte ich sämtliche Pseudoprodukte, die am Markt erhältlich waren, und Abhilfe für mein Problem versprachen.
Es türmten sich Cremen, Massagegeräte, Einlagekissen und es ist wohl unnötig zu schreiben das keines der Dinge auch nur ansatzweise das Problem zu lösen vermag.
Ich schäme mich fast es zu sagen, aber ich habe sogar die Dienstleistungen einer Wahrsagerin in Anspruch zu nehmen.
Auch Hypnose hat eher mein Bankkonto gelehrt, als das Problem aus meinem Kopf zu drängen.
Die Reihe an Misserfolgen ließ ich mit dem Gedanken spielen, die meiner Meinung nach absolut letzte Möglichkeit in Betracht zu ziehen - die Schönheitsoperation.
Es waren philosophische Bedenken, die mich abhielten eine Klinik aufzusuchen. Künstliche Implantate, das bin ja nicht ich, abgesehen von den Umständen das es ja immer wieder zu Zwischenfällen während der Operation kommt und die Möglichkeit besteht, das Implantat nicht zu vertragen.
Dann noch mögliche Spätfolgen und und und. Ich beschloss also den Gedanken einer Schönheitsoperation weit nach hinten zu verschieben.
Es war natürlich auch meiner engsten Freundin aufgefallen, das ich in Begriff war an etwas zu scheitern, weil es mir nicht gelang aus der Spirale von Zweifel und Furcht selbst zu entkommen.
Nach einer kurzen Erörterung meines Problems war ihr Rat kurz und prägnant.
Ich sollte unbedingt einen Psychologen aufsuchen. Der Gedanke schien mir verlockend, denn während des jahrelang andauernden, zermürbenden Nachdenkens über meine Unzulänglichkeit (ich bin jetzt 33 Jahre alt) schlugen sich einige psychosomatische Symptome zu meinen Leiden.

Ich hatte Angst vor Menschen - dies äußerte sich in Lufthunger und Herzrasen, von derart unangenehmem Ausmaß, das es mir notwendig erschien, schnell und heftig Gegenzusteuern.
Zäh versuchte ich nach monatelangen Sitzungen, das erlernte in die Tat umzusetzen.
Positiv gestärkt verließ ich jedes Mal die Praxis, versuchte anhand meditativer CDs zu mir selbst zu finden und wurde jedes Mal zerschmettert wenn ich nach dem Duschen am Badezimmerspiegel vorbei musste und mich ein beklemmendes Gefühl des Abscheus erfasste. Aus aus aus.
Eine Operation erschien mir als effizienteste aller Möglichkeiten, um mir zu einem "normalen" Leben zu verhelfen.
Die Operation selbst war recht unspektakulär und ich war mit dem Ergebnis sofort zufrieden. Was mich viel mehr überraschte, war folgender Umstand.
Ich war davon ausgegangen, dass es doch einiges an Zeit benötigt, meine jetzt doch schon recht zahlreichen seelischen Probleme und psychosomatische Symptome abzubauen.
Dies traf aber absolut nicht zu.
Schon nach einer Woche, nachdem die Schmerzen abgeklungen waren, tröpfelten die seelischen Probleme von mir ab.
Ich liebte es, mich wieder im Spiegel zu betrachten und mit diesem automatischen Wiedererwachen meiner Selbstzufriedenheit verschwanden Zweifel und Furcht.
Mit dem Schwinden der Furcht und Ängste besserten sich auch die psychosomatischen Symptome. Lufthunger und Herzrasen waren wie weggeblasen und sind auch bis heute nicht mehr aufgetreten.
Mein abschließender Rat oder vielleicht noch besser - was ich heute anders machen würde - mir scheint die Operation als einziges probates Mittel um die Ursache kompetent zu bekämpfen und die seelischen Folgeerscheinungen schon im Keim zu ersticken.
Für mich wäre es so möglich gewesen, eine jahrelange Einbuße an Lebensqualität zu vermeiden.

© 2014 femmestyle zum Thema Leiden vor Operation